
Der Beginn des Atomzeitalters in der DDR: Am 10. Dezember 1955 beschließt der Ministerrat, die Kernenergie friedlich zu nutzen. Zwei Jahre später, am 16. Dezember 1957, wird in einem Staatsakt in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Otto Grotewohl der erste DDR-Atomreaktor zur wissenschaftlichen Forschung eingeweiht: Das Zentralinstitut für Kernphysik in Rossendorf bei Dresden (heute Forschungszentrum Dresden-Rossendorf).Leiter ist Prof. Dr. Heinz Barwich. Der prominente und mit Titeln überhäufte Atomforscher war Schüler und Assistent des Nobelpreisträgers Prof. Dr. Gustav Hertz. Der Film zeigt nicht nur die Bauarbeiten und den fertigen Reaktor im Detail, sondern lässt Barwich anhand eines Modells die Arbeitsweise des in Russland entworfenen Projekts erläutern.Die Aufbruchstimmung jener Zeit spiegelt sich in dem Kommentar von Karl Gass wider: Er bezeichnet die Reaktorhalle als Mittelpunkt des Heiligtums, spricht von der lichten, ungewöhnlichen Atmosphäre und der guten Perspektive für Arbeiterkinder. Für ihn hat ein moderner Industriestaat ohne Atomforschung keine Perspektive. Das erste DDR-Atomkraftwerk zur Energiegewinnung ging am 9. Mai 1966 in Rheinsberg in Betrieb.(Quelle: Deutsche Kinemathek)
"Der Vertreter des BMG sprach sich für eine Ablehnung dieses Films aus, da Teile des Films das in der SBZ herrschende Regime propagiere." (Protokoll Nr. 7/59, 18.04.1959) Später erfolgt eine Freigabe für die Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche. Der Direktor der Filmwoche, K. J. Fischer, wurde gebeten, den Film dennoch nicht zu zeigen und sichert dies auch telefonisch zu.